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der künstlichen Intelligenz

🎨 Canva Craft: Erst das Layout planen, dann das Bild erzeugen

Ein Plakat gestalten, eine Einladung entwerfen oder ein Bild für soziale Netzwerke erstellen – dafür nutzen viele Menschen Canva, auch ohne Grafikdesign-Ausbildung. Jetzt hat die Plattform eine eigene Bild-KI vorgestellt. Sie soll nicht nur schöne Motive erzeugen, sondern schon vorher überlegen, wo Text und Bild am besten hingehören.

Quellen:

https://www.canva.com/newsroom/news/canva-craft/

https://community.canva.dev/t/connect-api-canva-craft-is-now-available-for-image-generation/8999

https://techcrunch.com/2026/10/22/canva-releases-its-first-image-generation-model/

🔎 Was ist passiert?

Canva ist eine Online-Designplattform für Präsentationen, Plakate, Flyer und Beiträge für soziale Netzwerke. Man kann dort mit fertigen Vorlagen arbeiten, Texte einfügen und Bilder gestalten. Künstliche Intelligenz hilft dabei schon länger – bisher nutzte Canva für die Bilderzeugung unter anderem Technik anderer Anbieter.

Mit Craft hat das Unternehmen nun erstmals ein eigenes Bildgenerierungsmodell von Grund auf entwickelt. Die Besonderheit liegt im Ablauf: Die KI erstellt zunächst eine Art Gestaltungsplan. Sie legt fest, welche Elemente gebraucht werden, wo sie stehen sollen, wie groß sie sind und wo Platz für Überschriften bleibt. Erst danach erzeugt sie das eigentliche Bild.

Warum das wichtig ist, kennt jeder, der schon einmal versucht hat, mit KI ein Werbeplakat zu gestalten: Das Motiv sieht vielleicht hervorragend aus, aber die Überschrift ist kaum lesbar, steht an der falschen Stelle oder passt nicht zum Rest. Craft soll solche Probleme gezielter berücksichtigen.

Laut Canva kann das Modell Bilder mit bis zu 2K-Auflösung erstellen, mehr als 30 Seitenverhältnisse verwenden und Text in 55 Sprachen darstellen. Einzelne Elemente sollen sich verändern lassen, ohne dass das komplette Motiv jedes Mal neu gestaltet werden muss.

Dazu passt Canavas Funktion Magic Layers: Sie soll aus einem fertigen Bild wieder einzeln bearbeitbare Gestaltungselemente machen. Craft ist über Canavas Dream Lab verfügbar. Entwickler können es außerdem über eine Programmierschnittstelle, kurz API, einbinden. Zwei schnellere Varianten sind angekündigt, aber noch nicht veröffentlicht.

⚖️ Der Realitätscheck

Canva wirbt mit einer hohen Platzierung in der DesignArena, einem Vergleich, bei dem Menschen Bilder unterschiedlicher KI-Modelle bewerten, ohne vorher zu wissen, welches Modell sie erzeugt hat. Zum Start erreichte Craft laut Canva Platz vier.

Die drei davorliegenden Modelle stammten allerdings alle von OpenAI. Canva leitet daraus ab, beim Start das zweitbeste Bildlabor hinter OpenAI gewesen zu sein. Das ist eine zugespitzte Werbeinterpretation, kein dauerhaft feststehender wissenschaftlicher Rang. Solche Listen ändern sich mit weiteren Bewertungen, und eine gute Platzierung bedeutet nicht, dass jedes Plakat, jeder Schriftzug oder jede Bildbearbeitung zuverlässig gelingt.

Auch die meisten Leistungsangaben stammen bisher von Canva selbst. Unabhängige Praxistests müssen zeigen, wie gut die versprochene Textdarstellung funktioniert, ob Änderungen wirklich gezielt bleiben und ob die Ergebnisse anschließend sinnvoll bearbeitet werden können.

💡 Warum ist das interessant?

Bei Bild-KI sprechen wir oft darüber, wie realistisch ein Gesicht oder wie eindrucksvoll eine Landschaft aussieht. Für ein echtes Designprojekt reicht das aber nicht. Ein Veranstaltungsposter braucht vielleicht eine gut lesbare Überschrift und Platz für Datum und Eintrittspreis. Eine Präsentationsfolie soll Informationen ordnen, statt sie unter hübschen Bildern zu verstecken.

Ein schönes Bild ist eben noch lange kein gutes Layout. Genau diesen Unterschied möchte Canva mit Craft stärker berücksichtigen.

Für Menschen ohne Designausbildung könnte das die Gestaltung erleichtern. Für Canva selbst ist ein eigenes Modell ebenfalls interessant: Das Unternehmen kann Technik, Geschwindigkeit und Kosten stärker selbst beeinflussen, statt sich allein auf fremde Bildgeneratoren zu verlassen.

Ob Craft im Alltag tatsächlich besser gestaltet als die Konkurrenz, muss sich erst zeigen. Die Richtung ist jedenfalls nachvollziehbar: Nicht nur Bilder auf Knopfdruck, sondern Bilder, mit denen man anschließend auch etwas anfangen kann.

Redaktioneller Hinweis (25. Oktober 2026): Der am 24. Oktober veröffentlichte Beitrag wurde nachträglich sprachlich und strukturell überarbeitet. Die Funktionsweise von Canva und Craft wird nun anhand alltagsnaher Beispiele erklärt; die ursprüngliche Quellenlage und das Veröffentlichungsdatum bleiben unverändert.



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