Deus ex MaKIna

KI zwischen Schlagzeile, Forschung und Wirklichkeit

Ein kuratierter Blick auf die Welt
der künstlichen Intelligenz

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🎵 KI Praxis: Musik mit KI – wie funktioniert das eigentlich?

Ein eigenes Lied produzieren, obwohl man weder ein Instrument virtuos beherrscht noch ein Tonstudio besitzt? Was vor wenigen Jahren noch ziemlich unrealistisch geklungen hätte, ist mit generativer KI inzwischen erstaunlich einfach geworden.

Dabei bedeutet „Musik mit KI machen“ keineswegs automatisch: einen Satz eintippen, Knopf drücken, fertig.

Zwischen einer ersten Idee und einem fertigen Song gibt es inzwischen sehr unterschiedliche Wege.

Von einer Stimmung zum ersten Entwurf

Der einfachste Einstieg beginnt tatsächlich mit Sprache.

Man muss dafür nicht unbedingt wissen, welche Akkordfolge man braucht, welches Tempo exakt passen könnte oder wie ein bestimmtes Schlagzeugmuster musikalisch bezeichnet wird.

Moderne Musikmodelle verstehen auch Beschreibungen wie:

„ruhig und nachdenklich, aber nicht traurig“,
„angespannt, zunehmend hektisch und am Ende befreiend“
oder
„wie eine nächtliche Autofahrt nach einem langen Tag – erschöpft, aber zufrieden“.

Genre, Instrumente, Stimmen oder ungefähres Tempo können zusätzlich angegeben werden – müssen aber nicht immer am Anfang feststehen.

Die KI übersetzt solche Beschreibungen in musikalische Strukturen und erzeugt daraus einen oder mehrere Entwürfe. Gerade dieser Einstieg über Stimmungen und Bilder kann interessant sein, wenn man eine musikalische Idee hat, aber die passende Fachsprache dafür nicht kennt.

Wie viel macht die KI – und wie viel der Mensch?

Das lässt sich kaum pauschal beantworten.

Man kann sich einen kompletten Song inklusive Gesang, Text und Instrumentierung erzeugen lassen. Man kann aber genauso einen eigenen Liedtext verwenden, eine vorhandene musikalische Idee hochladen, einzelne Abschnitte verändern, verschiedene Versionen ausprobieren oder anschließend selbst Instrumente ergänzen.

Auch Musiker können solche Werkzeuge nutzen: etwa für einen ersten Arrangement-Entwurf, eine Begleitung, eine zweite Stimme, eine alternative Instrumentierung oder schlicht als Ideenlieferant.

Der interessante Teil beginnt häufig sogar erst nach der ersten Generation.

Vielleicht gefällt der Refrain, aber die Strophe nicht. Vielleicht entsteht zufällig eine ungewöhnliche Melodie, die man unbedingt behalten möchte. Vielleicht passt die Musik hervorragend, aber der Gesang überhaupt nicht.

Dann wird weiter verändert, neu erzeugt, kombiniert und aussortiert.

KI-Musik ist deshalb nicht zwangsläufig ein einmaliger Knopfdruck. Sie kann genauso ein iterativer Prozess sein: ausprobieren, anhören, verwerfen, auswählen und weiterarbeiten.

Wo kann man das ausprobieren?

Wer einfach einmal neugierig ist, findet inzwischen mehrere Dienste mit kostenlosen Einstiegsmöglichkeiten:

  • Suno gehört derzeit zu den bekanntesten Plattformen für komplette Songs mit Gesang und Instrumentierung. Ein kostenloser Tarif ermöglicht erste eigene Generationen. Für kommerzielle Nutzung gelten allerdings andere Bedingungen als im Gratisangebot.
  • Udio bietet ebenfalls einen kostenlosen Einstieg und verschiedene Möglichkeiten zum Erzeugen, Verlängern und Bearbeiten von Musik.
  • ElevenMusic von ElevenLabs erzeugt komplette Musikstücke aus Textbeschreibungen und unterstützt inzwischen auch Referenzmaterial. Im kostenlosen Tarif sind aktuell auch begrenzte Downloads möglich.
  • DaVinci AI ist eher eine umfassende Plattform für generative Medien und bietet neben Bildern und Videos auch verschiedene Musikmodelle an. Die ersten drei Generierungen können derzeit kostenlos ausprobiert werden.

Das sind nur Beispiele und keine Empfehlung oder Rangliste. Die Angebote und Konditionen ändern sich außerdem ausgesprochen schnell.

Und wichtig: Kostenlos erzeugen bedeutet nicht automatisch, dass ein Stück anschließend beliebig kommerziell veröffentlicht oder monetarisiert werden darf. Wer mehr als nur experimentieren möchte, sollte deshalb vorher die jeweils aktuellen Lizenzbedingungen lesen.

Muss man dafür Musiker sein?

Nein.

Musikalische Kenntnisse können natürlich helfen, insbesondere wenn man sehr genaue Vorstellungen umsetzen oder Ergebnisse anschließend selbst bearbeiten möchte.

Notwendig sind sie für den Einstieg aber nicht.

Das ist vielleicht eine der interessantesten Eigenschaften dieser Technik: Eine Idee muss nicht mehr daran scheitern, dass jemand keine Band kennt, kein Studio bezahlen kann oder nie gelernt hat, Klavier zu spielen.

Ob daraus anschließend ein guter Song wird, ist eine ganz andere Frage.

Denn auch eine KI produziert reichlich Ausschuss.

Und vielleicht ist genau das der Punkt: Das Werkzeug kann Musik erzeugen. Entscheiden, was davon interessant, langweilig, berührend oder schlicht misslungen ist, wird am Ende immer ein Mensch.



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