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KI zwischen Schlagzeile, Forschung und Wirklichkeit

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der kĂŒnstlichen Intelligenz

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đŸ«€ Herz-MRT: KI sagt Gesundheitsrisiken etwas zuverlĂ€ssiger voraus als erfahrene Ärzte

KĂŒnstliche Intelligenz kann MRT-Bilder nicht nur schneller auswerten. Eine große Studie zeigt jetzt, dass ihre Messungen der Herzfunktion auch etwas besser mit dem spĂ€teren Sterberisiko von Patienten zusammenhĂ€ngen als die Messwerte erfahrener Untersucher. Der Unterschied ist klein, könnte aber fĂŒr die medizinische Versorgung dennoch interessant sein.

Quelle:
https://www.ucl.ac.uk/news/2026/nov/ai-heart-scan-measurements-better-predict-survival

🔎 Was ist passiert?

Forscher unter Beteiligung des University College London haben untersucht, wie zuverlĂ€ssig kĂŒnstliche Intelligenz die Pumpfunktion des Herzens anhand von MRT-Aufnahmen bestimmen kann.

Die Ergebnisse wurden am 3. November 2026 vorgestellt und in der Fachzeitschrift The Lancet Digital Health veröffentlicht.

Insgesamt wurden Daten von 27.382 Patienten aus Großbritannien und den USA ausgewertet.

Alle Patienten waren wegen bekannter oder vermuteter Herzerkrankungen untersucht worden.

Im Mittelpunkt stand die sogenannte Ejektionsfraktion.

Das ist der Anteil des Blutes, den die linke Herzkammer bei einem Herzschlag auswirft.

Ein vereinfachtes Beispiel: Befinden sich vor dem Zusammenziehen 100 Milliliter Blut in der linken Herzkammer und werden davon 60 Milliliter ausgeworfen, betrÀgt die Ejektionsfraktion 60 Prozent.

Dieser Wert hilft Ärzten einzuschĂ€tzen, wie gut das Herz pumpt.

Er spielt unter anderem bei der Behandlung einer HerzschwĂ€che, bei der Entscheidung ĂŒber bestimmte Medikamente oder Herzimplantate und bei der Beurteilung von Operationsrisiken eine Rolle.

Normalerweise mĂŒssen die entsprechenden Herzbereiche auf MRT-Aufnahmen vermessen werden.

Das erfordert Erfahrung und Zeit.

Die KI benötigte fĂŒr die Auswertung eines Patienten ungefĂ€hr zwei bis drei Sekunden.

In frĂŒheren Untersuchungen derselben Forschungsgruppe dauerte die entsprechende manuelle Auswertung durch erfahrene Ärzte durchschnittlich rund 13 Minuten.

Doch die Wissenschaftler interessierten sich nicht nur fĂŒr die Geschwindigkeit.

Sie wollten wissen, ob die automatisch berechneten Messwerte auch medizinisch aussagekrÀftig sind.

Dazu verglichen sie die KI-Ergebnisse mit den Messungen erfahrener Untersucher.

Anschließend untersuchten sie, wie gut beide Messmethoden mit dem spĂ€teren Sterberisiko der Patienten zusammenhingen.

Die durchschnittliche Beobachtungszeit betrug mehr als fĂŒnf Jahre. In diesem Zeitraum starben 3.458 Teilnehmer.

Das Ergebnis:

Die KI-Messwerte waren statistisch etwas stÀrker mit dem spÀteren Sterberisiko verbunden als die Àrztlich ermittelten Werte.

Der Unterschied blieb auch dann bestehen, wenn Faktoren wie Alter und Geschlecht berĂŒcksichtigt wurden.

⚖ Der RealitĂ€tscheck

Die Studie zeigt nicht, dass eine KI grundsÀtzlich bessere Diagnosen stellt als ein Kardiologe.

Untersucht wurde ein bestimmter Messwert der Herzfunktion – nicht die vollstĂ€ndige Diagnose oder Behandlung einer Herzerkrankung.

Auch bedeutet ein stÀrkerer statistischer Zusammenhang mit dem Sterberisiko nicht automatisch, dass Patienten durch den KI-Einsatz lÀnger leben.

Ein solcher Behandlungsvorteil wurde hier nicht nachgewiesen.

Der Unterschied zwischen KI und menschlicher Messung war zudem relativ klein.

Und auch die KI arbeitete nicht fehlerfrei.

Nach Angaben der Forscher traten bei ungefÀhr einem Prozent der Patienten relevante Messfehler auf. Auf die einzelnen ausgewerteten Bilder bezogen waren etwa 0,08 Prozent betroffen.

Deshalb betonen die Autoren, dass die Ergebnisse weiterhin Ă€rztlich ĂŒberprĂŒft und im Zusammenhang mit dem gesamten Krankheitsbild beurteilt werden mĂŒssen.

Hinzu kommt ein möglicher Interessenkonflikt: Einer der leitenden Autoren ist auch an der Entwicklung des untersuchten KI-Werkzeugs beteiligt.

💡 Warum ist das interessant?

Gerade gestern haben wir darĂŒber berichtet, wie der britische Gesundheitsdienst MRT-Untersuchungen mithilfe von KI beschleunigen möchte.

Dort ging es darum, aus weniger aufgenommenen Messdaten in kĂŒrzerer Zeit diagnostisch brauchbare Bilder zu rekonstruieren.

Dabei stellt sich die wichtige Frage, ob möglicherweise kleine krankhafte VerĂ€nderungen verloren gehen oder kĂŒnstliche Bilddetails entstehen können.

Die neue Herzstudie verfolgt einen anderen Ansatz.

Hier verbessert die KI nicht die Geschwindigkeit der Bildaufnahme, sondern unterstĂŒtzt die Auswertung bereits vorhandener Aufnahmen.

Das kann mehrere Vorteile haben.

Wiederkehrende Messaufgaben lassen sich automatisieren. Unterschiede zwischen Untersuchern könnten geringer ausfallen. Und Ärzte hĂ€tten mehr Zeit, schwierige Befunde einzuordnen und mit ihren Patienten zu besprechen.

Langfristig möchten die Forscher außerdem MRT-Ergebnisse mit weiteren Untersuchungen kombinieren, beispielsweise mit dem Elektrokardiogramm (EKG).

So könnten VerĂ€nderungen am Herzmuskel möglicherweise frĂŒher erkannt werden.

Das ist allerdings noch ein Forschungsziel.

FĂŒr den praktischen Einsatz bleibt entscheidend, ob die zusĂ€tzliche Messgenauigkeit tatsĂ€chlich zu besseren medizinischen Entscheidungen fĂŒhrt.

Denn eine schnellere Auswertung ist nĂŒtzlich. Eine bessere Behandlung wĂ€re der eigentliche Fortschritt.

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