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KI zwischen Schlagzeile, Forschung und Wirklichkeit

Ein kuratierter Blick auf die Welt
der künstlichen Intelligenz

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🐸 Wer quakt denn da? KI erkennt Frösche und Kröten an ihren Rufen

Wer herausfinden möchte, welche Frösche und Kröten an einem Teich leben, braucht normalerweise viel Geduld, gute Ohren und möglichst etwas Erfahrung mit den unterschiedlichen Rufen. Forscher der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung haben nun ein KI-System entwickelt, das diese Arbeit erheblich erleichtern könnte.

Quellen:
https://www.senckenberg.de/de/pressemeldungen/wer-quakt-denn-da-neues-ki-modell-erkennt-froesche-und-kroeten-am-ruf/

https://idw-online.de/de/news879952

🔎 Was ist passiert?

Das neue System heißt AnuraPAM und kann die Rufe von 14 mitteleuropäischen Frosch- und Krötenarten unterscheiden.

Dazu gehören beispielsweise der Europäische Laubfrosch und der Moorfrosch.

Die Idee dahinter ist einfach: An geeigneten Gewässern werden Aufnahmegeräte aufgestellt, die über längere Zeiträume Umgebungsgeräusche aufzeichnen.

Anschließend untersucht die KI das Material und sucht nach den charakteristischen Lauten der verschiedenen Arten.

Das erspart Forschern einen Teil der aufwendigen manuellen Auswertung.

Die Software basiert auf Verfahren zur automatischen Mustererkennung und wurde so entwickelt, dass sie auch von anderen Forschungsgruppen genutzt werden kann.

Die Ergebnisse wurden am 30. Oktober in der Fachzeitschrift Salamandra vorgestellt.

⚖️ Der Realitätscheck

Ein KI-System, das einen Froschruf erkennt, kann damit nicht automatisch feststellen, wie viele Tiere an einem Gewässer leben.

Schließlich rufen nicht alle Tiere gleichzeitig. Manche bleiben still, andere sind nur zu bestimmten Jahres- oder Tageszeiten zu hören.

Hinzu kommen Wind, Verkehrslärm, andere Tiergeräusche und überlagerte Rufe, die die automatische Erkennung erschweren können.

Die Ergebnisse müssen deshalb weiterhin fachlich eingeordnet und bei Bedarf überprüft werden.

AnuraPAM ersetzt also nicht die Arbeit von Biologen. Es hilft ihnen vor allem dabei, große Mengen an Tonaufnahmen schneller auszuwerten.

💡 Warum ist das interessant?

Frösche und Kröten gehören zu den Tiergruppen, deren Lebensräume besonders stark unter Druck stehen.

Um Veränderungen ihrer Bestände rechtzeitig zu erkennen, müssen Forscher möglichst regelmäßig beobachten, welche Arten wo vorkommen.

Das ist allerdings aufwendig, besonders wenn viele Gewässer über längere Zeiträume untersucht werden sollen.

Automatische Aufnahmegeräte und KI-Auswertung könnten solche Untersuchungen erleichtern und ausweiten.

So wird künstliche Intelligenz zu einem Werkzeug des praktischen Artenschutzes.

Und ganz nebenbei zeigt AnuraPAM, dass man für sinnvolle KI-Anwendungen nicht unbedingt gigantische Sprachmodelle benötigt.

Manchmal reicht es schon, wenn ein Computer zuverlässig unterscheiden kann, wer da eigentlich gerade quakt.

Wobei das außerhalb des Froschteichs gelegentlich ebenfalls eine nützliche Fähigkeit wäre. 😉

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