Ein Fitnessstudio für Roboter? Am Münchner Flughafen ist genau so etwas entstanden. Dort sollen Maschinen Aufgaben einüben, die später in Fabriken, Lagern oder der Pflege nützlich sein könnten.
Quellen:
https://www.tum.de/aktuelles/alle-meldungen/pressemitteilungen/details/roboter-schlauer-machen
https://neura-robotics.com/de/tum-eroffnen-robogym-munchen-launch-4ne1-gen4/
🔎 Was ist passiert?
Die Technische Universität München und das deutsche Unternehmen NEURA Robotics haben am 22. Oktober das TUM RoboGym eröffnet. Auf mehr als 2.300 Quadratmetern sollen zunächst etwa 100 Roboter in 48 Trainingszellen lernen. Darunter sind humanoide Maschinen, mobile Assistenzroboter und Roboterarme.
Geübt werden konkrete Tätigkeiten: Gegenstände greifen, Kartons bewegen, Bauteile handhaben oder Arbeitsabläufe wiederholen. Unternehmen bringen praktische Aufgaben ein. Forscher beobachten, wo die Maschinen scheitern und wie sie zuverlässiger werden können.
Dafür werden echte Messdaten, von Menschen vorgeführte Bewegungen und Simulationen kombiniert. Langfristig sollen einmal gelernte Fähigkeiten auch anderen Robotern zugutekommen. Zugleich stellte NEURA die neueste Generation seines Humanoiden 4NE1 vor.
⚖️ Der Realitätscheck
Ein Trainingszentrum mit vielen Robotern bedeutet nicht, dass diese Maschinen bereits jede beliebige Arbeit selbstständig erledigen. Was in einer kontrollierten Umgebung gelingt, muss sich erst in wechselnden Situationen beweisen. Auch das Übertragen von Fertigkeiten auf andere Maschinen ist eine technische Herausforderung.
Das Gegenstück sind virtuelle Trainingswelten, über die wir bereits bei DexForce und dem Training humanoider Roboter in Simulationen berichtet haben. In München sollen solche Ansätze mit realen Erfahrungen zusammenkommen.
💡 Warum ist das interessant?
Ein Sprachmodell lernt aus riesigen Mengen Text. Ein Roboter braucht zusätzlich Erfahrungen mit Gewicht, Reibung, Bewegung, Hindernissen und unerwarteten Situationen. Solche Daten sind viel aufwendiger zu sammeln.
Der Fortschritt zeigt sich deshalb nicht nur an einem Roboter, der auf einer Bühne tanzt, sondern an einer Maschine, die ein Werkstück zum hundertsten Mal zuverlässig greift, ohne dass jemand ständig eingreifen muss. Genau daran wird im RoboGym gearbeitet.
