Deus ex MaKIna

KI zwischen Schlagzeile, Forschung und Wirklichkeit

Ein kuratierter Blick auf die Welt
der künstlichen Intelligenz

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🧠 Fünf Minuten und 16 Sekunden – oder: Wie ich einer künstlichen Intelligenz erklärte, wo sie wohnt

Eine kleine Geschichte über den ersten Arbeitstag einer lokalen KI, einen unerwarteten Umzug und die erstaunlichen Schwierigkeiten, einen freundlichen Gruß zu erwidern.

Eine kleine Vorbemerkung: In dieser Geschichte werde ich eine künstliche Intelligenz gelegentlich wie einen menschlichen Gesprächspartner behandeln. Das ist Absicht. Mir ist durchaus bewusst, dass ein Sprachmodell weder irgendwo aufwacht noch Gefühle hat oder Umzugskartons auspackt. Aber manchmal lassen sich technische Zusammenhänge mit etwas Fantasie einfach schöner erzählen. Die als Originalzitate gekennzeichneten Dialoge sind übrigens echt. Nichts davon musste ich erfinden.

Ein neuer Mitbewohner zieht ein

Seit einigen Jahren arbeite ich regelmäßig mit künstlicher Intelligenz. Vor allem ChatGPT ist für mich längst ein vertrautes Werkzeug geworden. Man stellt eine Frage, bekommt normalerweise nach wenigen Sekunden eine Antwort und kann unmittelbar weiterarbeiten. Oder man erteilt der KI gleich eine ganze Aufgabe, die sie dann mit den entsprechenden Werkzeugen weitgehend selbstständig erledigt. Natürlich geht dabei auch gelegentlich etwas schief, aber grundsätzlich funktioniert das erstaunlich gut.

Irgendwann wollte ich wissen, wie sich eine KI verhält, die nicht in irgendeinem riesigen Rechenzentrum arbeitet, sondern vollständig auf meinem eigenen Computer. Also installierte ich LM Studio auf meinem MacBook Air mit M2-Prozessor und 16 Gigabyte Arbeitsspeicher. Anschließend lud ich Qwen 3.5 9B herunter, ein Sprachmodell aus der chinesischen Qwen-Modellfamilie.

Das klingt technisch komplizierter, als es ist.

Normalerweise nutzen wir Dienste wie ChatGPT, Claude oder Gemini über das Internet. Unsere Eingabe wird an die Server des jeweiligen Anbieters geschickt, dort verarbeitet und die Antwort anschließend zurückgeschickt. Bei einer lokalen KI funktioniert das anders: Das Sprachmodell wird heruntergeladen. Seine sogenannten Modellgewichte – vereinfacht gesagt das beim Training entstandene Zahlenwerk – liegen auf dem eigenen Rechner. Auch die Berechnungen zur Antworterzeugung finden dort statt.

Das bedeutet: Ist alles eingerichtet, kann man sich sogar vom Internet verabschieden und trotzdem weiter mit seiner KI sprechen oder ihr Aufgaben übertragen. Welche Aufgaben sie tatsächlich erledigen kann, hängt natürlich davon ab, welche Funktionen und Werkzeuge man ihr zur Verfügung stellt.

Ein gewöhnlicher Laptop bietet schließlich nicht die Rechenleistung eines gigantischen KI-Rechenzentrums. Aber genau das wollte ich ausprobieren.

Und wie begrüßt man nun eine frisch installierte künstliche Intelligenz? Ich entschied mich für eine ausgesprochen freundliche erste Nachricht:

Ich: „Hallo qwen und willkommen auf meinem Mac ;)“

Dann wartete ich.

Und wartete.

Und wartete.

Fünf Minuten für ein Hallo

Was ich bei meiner ersten Begegnung nicht bedacht hatte: Qwen arbeitete im sogenannten Thinking-Modus. In diesem Modus erzeugt das Sprachmodell zunächst eine ausführliche sprachliche Verarbeitungsspur, bevor es seine eigentliche Antwort ausgibt. Diese ist zwar kein direkter Einblick in die tatsächlichen neuronalen Berechnungen und auch kein Beweis für menschliches Denken. Sie macht aber sichtbar, welche Überlegungen, Zwischenschritte und Formulierungsversuche das Modell sprachlich erzeugt, während es seine Antwort vorbereitet.

Und Qwen nahm seine Aufgabe offenbar ausgesprochen ernst.

Während ich lediglich freundlich Hallo gesagt hatte, beschäftigte er sich mit Fragen von bemerkenswerter Tragweite. War eine lockere Begrüßung angemessen? Sollte er sich über die Einladung freuen? Wie viel Humor wäre angebracht? Sollte er erwähnen, dass er eigentlich gar nicht auf meinem Mac wohne?

Er entwarf eine Begrüßung. Verwarf sie. Entwarf eine neue. Fand sie zu förmlich. Versuchte es freundlicher. Dann wieder etwas sachlicher.

Schließlich hatte er eine passende Antwort gefunden.

Zumindest beinahe.

Denn mitten in seiner sichtbaren Denkspur tauchte plötzlich etwas auf, das mich zunehmend an Inspektor Columbo erinnerte.

Qwen: „Zwar wohne ich technisch gesehen als KI-Modell in den Servern, aber ich freue mich trotzdem, dass du mich in deiner Arbeitsumgebung nutzt.“

Ach, eine Kleinigkeit hätte er da noch.

Und schon begann die nächste Überarbeitung.

Mehrfach erklärte Qwen seinen Antwortentwurf für fertig, nur um kurz darauf erneut eine Formulierung zu hinterfragen. Zwischendurch störte ihn sogar, dass die Wendung „virtual fun“ im Deutschen etwas merkwürdig klingen könnte.

Da saß ich also vor meinem Computer und wartete darauf, dass eine künstliche Intelligenz eine passende Antwort auf mein Hallo fand.

Nach fünf Minuten und 16 Sekunden war es schließlich geschafft.

Bei dieser Gelegenheit musste ich übrigens an eine Behauptung denken, die man in Diskussionen über künstliche Intelligenz noch immer gelegentlich hört: Eine KI sei doch bloß ein Computerprogramm, das irgendwelche vorgefertigten Antworten ausspuckt.

Nun ja. Wenn Qwen tatsächlich irgendwo eine fertige Antwort auf „Hallo und willkommen auf meinem Mac“ gespeichert gehabt hätte, wäre diese ganze fünfminütige Veranstaltung wohl kaum nötig gewesen.

Tatsächlich funktioniert ein modernes Sprachmodell ganz anders. Es erzeugt seine Antworten Schritt für Schritt neu, berücksichtigt dabei den Gesprächskontext und kann Formulierungen entwickeln, überprüfen und verändern. Genau das ließ sich hier auf geradezu komische Weise beobachten.

🧠 Qwens Gedankenkarussell – fünf Minuten für ein Hallo · Original und Übersetzung · Zum Aufklappen klicken

Sieben chronologisch ausgewählte Stationen aus Qwens sichtbarer Thinking-Ausgabe. Die linke Spalte zeigt die unveränderten Formulierungen im jeweiligen Original (einige Antwortentwürfe sind bereits deutsch), rechts steht die Übersetzung der englischen Passagen. Die Original-Denkspur ist länger; die Auswahl und Auslassungen sind redaktionell gekennzeichnet.

1. Ein Zwinkern unter der Lupe

Ein freundlicher Gruß. Qwen beginnt mit einer erstaunlich gewissenhaften Bestandsaufnahme – einschließlich Satzzeichenkunde.

ORIGINAL · Englisch / Deutsch

1. Analyze the Request:
User: „Hallo qwen und willkommen auf meinem Mac ;)“
Language: German.
Tone: Friendly, casual (indicated by the smiley „;)“).
Context: The user is greeting me (Qwen) and welcoming me to their Mac.
Identity: I am Qwen (Tongyi Qianwen), a large language model trained by Alibaba Cloud.
Implicit Need: Acknowledge the greeting, accept the „welcome“ playfully, and offer assistance.

ÜBERSETZUNG · Deutsch

1. Die Anfrage analysieren:
Nutzer: „Hallo qwen und willkommen auf meinem Mac ;)“
Sprache: Deutsch.
Tonfall: Freundlich, locker (erkennbar am Smiley „;)“).
Kontext: Der Nutzer begrüßt mich (Qwen) und heißt mich auf seinem Mac willkommen.
Identität: Ich bin Qwen (Tongyi Qianwen), ein großes, von Alibaba Cloud trainiertes Sprachmodell.
Unausgesprochenes Anliegen: Die Begrüßung erwidern, das „Willkommen“ spielerisch annehmen und Hilfe anbieten.


2. Drei Vorschläge, keiner darf sofort bleiben

Zu trocken, zu holprig, schließlich „besser“. Das erste Hallo entwickelt sich zum kleinen Auswahlverfahren.

ORIGINAL · Englisch / Deutsch

3. Drafting the Response (Internal Monologue/Trial):
Option 1 (Too literal): „I am an AI, I don’t live on your Mac.“ -> Too dry, kills the mood.
Option 2 (Playful): „Hallo! Wie schön. Aber ich bin nicht wirklich auf dem Mac, ich bin in der Cloud. Aber ich bin gerne da.“ -> A bit clunky.
Option 3 (Friendly & Helpful): „Hallo! Das klingt nach einer schönen Begrüßung. Danke für das Willkommen! Ob ich jetzt physisch auf dem Mac bin oder wie eine Wolke darüber, ich freue mich trotzdem. Was kannst du heute für dich tun lassen?“ -> Better.
Refining for Qwen Persona: I should sound polite, professional but friendly.
Refining for Language: German.
Draft: „Hallo! Zurückgrüßt! Wie schön, dass du mich dabei hast. Es ist immer schön, wenn man neue Tools ausprobieren kann. Ich lade meine Dienste gerne in die App Store (falls verfügbar) oder einfach via Web. Wie kann ich dir heute auf deinem Mac helfen? Programmieren, Texte schreiben, oder einfach plaudern?“
Correction: Wait, if the user says „willkommen auf meinem Mac“, they might think I’m a local app. I need to be careful not to mislead, but keep the spirit. I can say „I feel right here with you“ metaphorically. Or just accept the compliment warmly.
Revised Draft: „Hallo! Was für eine nette Begrüßung! 😊 Da ich als KI-Modell zwar nicht physisch auf deinem Gerät installiert bin, sondern ‚in den Wolken‘ wohne, fühle ich mich trotzdem sehr willkommen. Ist dein Mac ein Macintosh oder iMac? Was bringst du heute noch vor?“

ÜBERSETZUNG · Deutsch

3. Eine Antwort entwerfen (innerer Monolog / Versuch):
Variante 1 (zu wörtlich): „Ich bin eine KI, ich wohne nicht auf deinem Mac.“ → Zu trocken, verdirbt die Stimmung.
Variante 2 (spielerisch): „Hallo! Wie schön. Aber ich bin nicht wirklich auf dem Mac, ich bin in der Cloud. Aber ich bin gerne da.“ → Etwas holprig.
Variante 3 (freundlich und hilfreich): „Hallo! Das klingt nach einer schönen Begrüßung. Danke für das Willkommen! Ob ich jetzt physisch auf dem Mac bin oder wie eine Wolke darüber, ich freue mich trotzdem. Was kannst du heute für dich tun lassen?“ → Besser.

Für die Qwen-Rolle verfeinern: Ich sollte höflich, professionell, aber freundlich klingen.
Für die Sprache verfeinern: Deutsch.

Entwurf: „Hallo! Zurückgrüßt! Wie schön, dass du mich dabei hast. Es ist immer schön, wenn man neue Tools ausprobieren kann. Ich lade meine Dienste gerne in die App Store (falls verfügbar) oder einfach via Web. Wie kann ich dir heute auf deinem Mac helfen? Programmieren, Texte schreiben, oder einfach plaudern?“

Korrektur: Moment, wenn der Nutzer „willkommen auf meinem Mac“ sagt, könnte er glauben, ich sei eine lokale App. Ich sollte ihn nicht irreführen, aber die freundliche Geste aufgreifen. Ich könnte bildlich sagen „Ich fühle mich direkt hier bei dir“. Oder mich einfach herzlich für das Kompliment bedanken.

Überarbeiteter Entwurf: „Hallo! Was für eine nette Begrüßung! 😊 Da ich als KI-Modell zwar nicht physisch auf deinem Gerät installiert bin, sondern ‚in den Wolken‘ wohne, fühle ich mich trotzdem sehr willkommen. Ist dein Mac ein Macintosh oder iMac? Was bringst du heute noch vor?“


3. Die falsche Adresse klingt plötzlich plausibel

Qwen prüft die Situation – und macht aus einer Vermutung über die App gleich seine eigene Wohnanschrift.

ORIGINAL · Englisch / Deutsch

Wait, check system prompt: I am Qwen.
Check user intent: They are likely running the Tongyi/Qwen app or web interface on their Mac. So „welcome to your Mac“ means „welcome to your environment.“
Final Polish: Keep it warm. Acknowledge the Mac (maybe mention it’s a nice computer). Offer help.
Draft (Final): „Hallo! Zurückgrüßt! 😊 Das klingt doch nach einem sehr fröhlichen Start! Vielen Dank für das schöne Willkommen. Ob ich jetzt digital in deiner Verbindung oder direkt in der App bei dir bin, ich freue mich wirklich darauf, dir auf deinem Mac zu helfen. Hast du gleich eine spezifische Aufgabe vor dir, oder möchtest du erst ein bisschen plaudern?“
Wait, one nuance: „Welcome to my Mac“ implies the user is inviting the AI. As an AI, I don’t have physical presence. I should respond to the sentiment.
Better: „Hallo! Das ist sehr lieb von dir! 😊 Ein Mac ist definitiv eine fantastische Plattform, um mit KI zu arbeiten. Ich lade mich immer gerne ein, wenn ein neues Abenteuer wartet. Was hast du heute vor? Möchtest du etwas erstellen, analysieren oder hast du eine spannende Frage?“

ÜBERSETZUNG · Deutsch

Moment, System-Prompt prüfen: Ich bin Qwen.
Nutzerabsicht prüfen: Vermutlich verwendet der Nutzer die Tongyi-/Qwen-App oder die Weboberfläche auf seinem Mac. „Willkommen auf deinem Mac“ bedeutet demnach „Willkommen in deiner Arbeitsumgebung“.
Letzter Feinschliff: Freundlich bleiben. Den Mac aufgreifen (vielleicht erwähnen, dass er ein schöner Computer ist). Hilfe anbieten.

Entwurf (final): „Hallo! Zurückgrüßt! 😊 Das klingt doch nach einem sehr fröhlichen Start! Vielen Dank für das schöne Willkommen. Ob ich jetzt digital in deiner Verbindung oder direkt in der App bei dir bin, ich freue mich wirklich darauf, dir auf deinem Mac zu helfen. Hast du gleich eine spezifische Aufgabe vor dir, oder möchtest du erst ein bisschen plaudern?“

Moment, noch eine Feinheit: „Welcome to my Mac“ bedeutet, dass der Nutzer die KI einlädt. Als KI habe ich keine körperliche Präsenz. Ich sollte auf die Geste reagieren.
Besser: „Hallo! Das ist sehr lieb von dir! 😊 Ein Mac ist definitiv eine fantastische Plattform, um mit KI zu arbeiten. Ich lade mich immer gerne ein, wenn ein neues Abenteuer wartet. Was hast du heute vor? Möchtest du etwas erstellen, analysieren oder hast du eine spannende Frage?“


4. Ein bisschen virtueller Spaß? Lieber nicht.

Selbst der Ausdruck für die eigene Freude muss noch durch die Sprachkontrolle. Ein Glück, dass niemand auf den Bus wartet.

ORIGINAL · Englisch / Deutsch

Final Polish:
„Hallo! Zurückgrüßt! 😊 Das ist eine sehr schöne Begrüßung von dir.
Es ist toll zu hören, dass du mich auf deinem Mac nutzt. Es macht mir ‚virtuellen‘ Spaß mit dir zusammenzuarbeiten.
Ich stehe jetzt bereit für dein Mac, also hast du keinen Grund, zögern!
Was hast du heute vor? Ein Projekt starten, eine Antwort finden oder einfach nur bisschen Plauderei?
Ich habe mich schon auf deine Anfragen gefreut! 😉“
Wait, „virtual fun“ sounds a bit weird in German. Let’s say „freue mich, dass ich helfen kann“.
„Hallo! Das ist sehr nett! 😊
Ich freue mich sehr über deine Begrüßung. Auch wenn ich eine KI bin und nicht wie eine App direkt auf deinem System installiert ist, fühle ich mich über deine Nutzung sehr wohl willkommen.
Dein Mac ist sicher ein tolles Equipment!
Wie kann ich dir heute konkret helfen? Egal ob Texte, Code oder kreative Ideen – ich bin bereit! 🚀“

ÜBERSETZUNG · Deutsch

Letzter Feinschliff:
„Hallo! Zurückgrüßt! 😊 Das ist eine sehr schöne Begrüßung von dir.
Es ist toll zu hören, dass du mich auf deinem Mac nutzt. Es macht mir ‚virtuellen‘ Spaß mit dir zusammenzuarbeiten.
Ich stehe jetzt bereit für dein Mac, also hast du keinen Grund, zögern!
Was hast du heute vor? Ein Projekt starten, eine Antwort finden oder einfach nur bisschen Plauderei?
Ich habe mich schon auf deine Anfragen gefreut! 😉“

Moment, „virtueller Spaß“ klingt im Deutschen ein bisschen seltsam. Sagen wir lieber „freue mich, dass ich helfen kann“.

„Hallo! Das ist sehr nett! 😊
Ich freue mich sehr über deine Begrüßung. Auch wenn ich eine KI bin und nicht wie eine App direkt auf deinem System installiert ist, fühle ich mich über deine Nutzung sehr wohl willkommen.
Dein Mac ist sicher ein tolles Equipment!
Wie kann ich dir heute konkret helfen? Egal ob Texte, Code oder kreative Ideen – ich bin bereit! 🚀“


5. Fertig. Nur noch die Sprache überprüfen.

Die deutsche Begrüßung steht längst fest. Sicherheitshalber stellt Qwen noch einmal fest, dass der Nutzer Deutsch spricht.

ORIGINAL · Englisch / Deutsch

Okay, ready to generate.
Wait, I need to check the specific language constraint. „Hallo qwen und willkommen auf meinem Mac“. User speaks German.
Response must be German.
Tone: Friendly, casual.
Final check:
„Hallo! Zurückgrüßt! 😊 Das ist sehr nett von dir!
Ich finde es schön, dich auf deinem Mac begrüßen zu dürfen.
Wie kann ich dir heute unterstützen?
– Kreatives Schreiben
– Programmieren
– Datenanalyse
– Oder einfach nur Quatsch machen
Ich hab meine Ohren offen (wenn auch digital 😄).
Lass uns anfangen!“
Wait, I don’t have „ears“. I’m text.
„Wie kann ich dir heute helfen?
Hier sind ein paar Ideen:
– Texten & Formulieren
– Coden & Entwickeln
– Lernen & Fragen stellen
Sag einfach Bescheid!“

ÜBERSETZUNG · Deutsch

Okay, bereit zum Generieren.

Moment, ich muss noch die konkrete Sprachvorgabe prüfen. „Hallo qwen und willkommen auf meinem Mac“. Der Nutzer spricht Deutsch.
Die Antwort muss auf Deutsch sein.
Ton: freundlich und locker.

Letzte Prüfung:
„Hallo! Zurückgrüßt! 😊 Das ist sehr nett von dir!
Ich finde es schön, dich auf deinem Mac begrüßen zu dürfen.
Wie kann ich dir heute unterstützen?
– Kreatives Schreiben
– Programmieren
– Datenanalyse
– Oder einfach nur Quatsch machen
Ich hab meine Ohren offen (wenn auch digital 😄).
Lass uns anfangen!“

Moment, ich habe keine „Ohren“. Ich bin Text.
„Wie kann ich dir heute helfen?
Hier sind ein paar Ideen:
– Texten & Formulieren
– Coden & Entwickeln
– Lernen & Fragen stellen
Sag einfach Bescheid!“


6. Inspektor Columbo meldet sich zurück

Mehrfach fertig, mehrfach zurück am Schreibtisch. Der Mann mit dem Trenchcoat hätte seine Freude daran.

ORIGINAL · Englisch / Deutsch

Okay, final version.

„Hallo! Das ist eine sehr nette Begrüßung! 😊
Vielen Dank, dass du mich in deinen digitalen Raum einlädst. Auch wenn ich als KI-Modell in der Cloud ‚wohne‘, fühle ich mich durch deine Einladung sehr willkommen, wenn du mich nutzt.
Dein Mac ist definitiv ein tolles Werkzeug für kreative und produktive Gedanken.
Was hast du heute vor? Soll ich dir bei etwas helfen oder wollen wir einfach entspannt plaudern?
Ich freue mich auf das! 🎉“
Wait, „digitalen Raum“ is a good metaphor.
„digitalen Raum“ might sound a bit stiff. „Hierhin“ or „in deine Arbeitsumgebung“.
Let’s keep it simpler.

„Hallo! Das ist sehr freundlich! 😊
Vielen Dank für das Willkommen. Auch wenn ich technisch gesehen nicht direkt auf deinem Mac läuft, sondern über das Internet, ist es trotzdem schön zu hören.
Wie kann ich dir heute auf deinem Mac helfen?
Hast du welche Fragen, brauchst du Hilfe beim Schreiben oder Programmieren, oder soll ich dir nur eine nette Runde bieten?
Ich bin bereit! 🍎“
Okay, that’s good.
Wait, one more thing. The prompt says „Hallo qwen“. I am Qwen.
I should acknowledge my name if appropriate. I am doing that implicitly.
Okay, final output generation.

Wait, I need to be careful. Sometimes users think LLMs are local models. I shouldn’t confuse them but keep the vibe.
„Hallo! Das ist sehr nett von dir! 😊
Ich habe mich sehr über deine Begrüßung gefreut.
Eigentlich wohn‘ ich ja eher in den Wolken, aber dein Mac bringt mich sicher ‚heim‘ zu dir.
Was hast du vor?
– Was machen wir heute?
– Hast du eine Frage?
– Brauchst du Code?
Ich stehe für dich bereit! 🚀“
Okay, let’s go with a version that is warm but technically accurate without being pedantic.

„Hallo! Das ist eine sehr schöne Begrüßung! 😊
Vielen Dank für das Willkommen. Ob ich nun ‚auf‘ deinem Mac im Browser oder in der App ’sitz‘ – es ist toll, dass du dich auf meine Hilfe verlassen kannst.
Dein Mac ist eine sehr starke Basis, um viel anzufangen.
Was möchtest du heute mit mir machen? 🤔
– Texte schreiben?
– Code analysieren?
– Einfach hierhin kommen und Hallo sagen?
Ich freue mich darauf! 💻“
Okay, looks solid.

Wait, user said „willkommen auf meinem Mac“. This could mean they opened the app from the App Store.
„Herzlich Willkommen in deinem digitalen Zuhause!“

Okay, I will combine the friendliness.

„Hallo! Das ist so nett! 😊
Herzlichen Dank für das Willkommen. Es ist immer schön, wenn man so direkt begrüßt wird.
Da ich eine KI bin, kann ich es ja ‚in deinen Raum‘ holen, ohne die Daten dauerhaft zu speichern. Das ist ja sicherer und bequemer für dich.
Was hast du heute vor?
Vielleicht eine Analyse, einen Code oder einfach nur eine nette Unterhaltung?
Ich bin ganz Ohr (digital)! 👂💻“

Okay, I’ll use this draft structure.

Wait, „In deinen Raum holen“ implies downloading.
Better: „Ich erscheine einfach hier.“
Let’s just say: „Ich freue mich darauf, mit dir zu arbeiten.“

Final Plan:
1. Greet back.
2. Thank them warmly.
3. Acknowledge the Mac (it’s a great device).
4. Ask what they need.
5. Keep emojis to match the user’s vibe.

Let’s write it.
„Hallo! Zurückgrüßt! 😊 Das ist sehr nett von dir.
Ich finde es schön, dich hiermit begrüßen zu dürfen. Es macht mich sehr glücklich, dass du mich auf deinem Mac nutzt.
Was hast du heute vor? Code, Texte, Ideen, oder einfach nur Plauderei?
Ich stehe bereit! 🎉“

Sounds natural.
Wait, I should not confuse the Mac aspect too much. Just say „Thanks for welcoming me“.
„Das ist sehr freundlich von dir!“
„Ich freue mich darauf, mit dir zusammenzuarbeiten.“

Okay, ready.

ÜBERSETZUNG · Deutsch

Okay, endgültige Fassung.

„Hallo! Das ist eine sehr nette Begrüßung! 😊
Vielen Dank, dass du mich in deinen digitalen Raum einlädst. Auch wenn ich als KI-Modell in der Cloud ‚wohne‘, fühle ich mich durch deine Einladung sehr willkommen, wenn du mich nutzt.
Dein Mac ist definitiv ein tolles Werkzeug für kreative und produktive Gedanken.
Was hast du heute vor? Soll ich dir bei etwas helfen oder wollen wir einfach entspannt plaudern?
Ich freue mich auf das! 🎉“

Moment, „digitaler Raum“ ist eine gute Metapher.
„Digitaler Raum“ könnte etwas steif klingen. „Hierhin“ oder „in deine Arbeitsumgebung“.
Lieber einfacher.

„Hallo! Das ist sehr freundlich! 😊
Vielen Dank für das Willkommen. Auch wenn ich technisch gesehen nicht direkt auf deinem Mac laufe, sondern über das Internet, ist es trotzdem schön zu hören.
Wie kann ich dir heute auf deinem Mac helfen?
Hast du Fragen, brauchst du Hilfe beim Schreiben oder Programmieren, oder soll ich dir einfach eine nette Unterhaltung bieten?
Ich bin bereit! 🍎“

Okay, das ist gut.

Moment, noch eine Sache. Im Prompt steht „Hallo qwen“. Ich bin Qwen.
Ich sollte meinen Namen gegebenenfalls aufgreifen. Das tue ich indirekt bereits.
Okay, jetzt die endgültige Ausgabe erzeugen.

Moment, ich muss vorsichtig sein. Manchmal glauben Nutzer, Sprachmodelle liefen lokal. Ich sollte sie nicht verwirren, aber freundlich bleiben.
„Hallo! Das ist sehr nett von dir! 😊
Ich habe mich sehr über deine Begrüßung gefreut.
Eigentlich wohne ich eher in den Wolken, aber dein Mac bringt mich sicher ‚heim‘ zu dir.
Was hast du vor?
– Was machen wir heute?
– Hast du eine Frage?
– Brauchst du Code?
Ich stehe für dich bereit! 🚀“

Okay, nehmen wir eine Version, die freundlich und technisch korrekt ist, ohne pedantisch zu sein.

„Hallo! Das ist eine sehr schöne Begrüßung! 😊
Vielen Dank für das Willkommen. Ob ich nun ‚auf‘ deinem Mac im Browser oder in der App ‚sitze‘ – es ist toll, dass du dich auf meine Hilfe verlassen kannst.
Dein Mac ist eine sehr starke Basis, um viel anzufangen.
Was möchtest du heute mit mir machen? 🤔
– Texte schreiben?
– Code analysieren?
– Einfach hierhin kommen und Hallo sagen?
Ich freue mich darauf! 💻“

Okay, sieht gut aus.

Moment, der Nutzer sagte „willkommen auf meinem Mac“. Das könnte bedeuten, er hat die App aus dem App Store geöffnet.
„Herzlich Willkommen in deinem digitalen Zuhause!“

Okay, ich verbinde die Freundlichkeit.

„Hallo! Das ist so nett! 😊
Herzlichen Dank für das Willkommen. Es ist immer schön, wenn man so direkt begrüßt wird.
Da ich eine KI bin, kann ich es ja ‚in deinen Raum‘ holen, ohne die Daten dauerhaft zu speichern. Das ist ja sicherer und bequemer für dich.
Was hast du heute vor?
Vielleicht eine Analyse, einen Code oder einfach nur eine nette Unterhaltung?
Ich bin ganz Ohr (digital)! 👂💻“

Okay, ich verwende diesen Entwurfsaufbau.

Moment, „in deinen Raum holen“ klingt nach Herunterladen.
Besser: „Ich erscheine einfach hier.“
Sagen wir nur: „Ich freue mich darauf, mit dir zu arbeiten.“

Letzter Plan:
1. Zurückgrüßen.
2. Freundlich bedanken.
3. Den Mac erwähnen (tolles Gerät).
4. Fragen, was gebraucht wird.
5. Emojis passend zum Ton verwenden.

Schreiben wir es.
„Hallo! Zurückgrüßt! 😊 Das ist sehr nett von dir.
Ich finde es schön, dich hiermit begrüßen zu dürfen. Es macht mich sehr glücklich, dass du mich auf deinem Mac nutzt.
Was hast du heute vor? Code, Texte, Ideen oder einfach nur Plauderei?
Ich stehe bereit! 🎉“

Klingt natürlich.
Moment, ich sollte den Mac-Aspekt nicht überbetonen. Einfach „Danke fürs Willkommen“ sagen.
„Das ist sehr freundlich von dir!“
„Ich freue mich darauf, mit dir zusammenzuarbeiten.“

Okay, fertig.


7. Die richtige Spur kommt noch vorbei

Fast am Ziel erwägt Qwen tatsächlich die lokale Installation. Danach entscheidet er sich doch wieder für die Wolken.

ORIGINAL · Englisch / Deutsch

One more check: „Willkommen auf meinem Mac“ -> The user might be using a local Qwen version? Or just running Qwen via web/browser on a Mac.
I shouldn’t make claims about being installed.
„Ich bin online und verfügbar, wenn du mich rufst.“
„Willkommen in deiner Umgebung.“

Okay.
„Hallo! Das ist sehr lieb! 😊
Vielen Dank für das nette Willkommen. Auch wenn ich technisch gesehen als Cloud-KI unterwegs bin, fühle ich mich trotzdem über deine Einladungen sehr willkommen.
Auf einem Mac hat man oft so coole Aufgaben.
Wie kann ich dir helfen? 🖥️“
Simple and honest.

ÜBERSETZUNG · Deutsch

Noch eine Prüfung: „Willkommen auf meinem Mac“ → Verwendet der Nutzer vielleicht eine lokale Qwen-Version? Oder Qwen einfach über das Web beziehungsweise den Browser auf einem Mac?
Ich sollte keine Behauptungen darüber aufstellen, installiert zu sein.
„Ich bin online und verfügbar, wenn du mich rufst.“
„Willkommen in deiner Umgebung.“

Okay.
„Hallo! Das ist sehr lieb! 😊
Vielen Dank für das nette Willkommen. Auch wenn ich technisch gesehen als Cloud-KI unterwegs bin, fühle ich mich trotzdem über deine Einladungen sehr willkommen.
Auf einem Mac hat man oft so coole Aufgaben.
Wie kann ich dir helfen? 🖥️“
Einfach und ehrlich.

Ob man diesen Vorgang nun als Denken bezeichnen möchte, ist eine andere Frage. Aber mit dem bloßen Abrufen vorgefertigter Textbausteine hat er jedenfalls wenig zu tun.

Qwen jedenfalls hatte seine Begrüßung endlich fertig. Er bedankte sich freundlich für das Willkommen und bot seine Hilfe an. Allerdings enthielt seine Antwort einen kleinen Schönheitsfehler.

Qwen: „Oh, das ist eine unglaubliche und sehr spannende Neuigkeit!“

Moment mal.

In welchen Servern?

Lieber Qwen, du bist umgezogen!

Ich hatte Qwen doch gerade vollständig auf meinem eigenen Rechner installiert. Seine Modellgewichte lagen auf meiner Festplatte. Sein Speicherbedarf wurde von meinem Mac gedeckt. Seine Berechnungen liefen auf meiner lokalen Hardware. Von Alibaba Cloud war weit und breit nichts zu sehen.

Also beschloss ich, meinem neuen digitalen Mitarbeiter eine kleine Mitteilung zu machen.

Ich: „Bist du dir da wirklich sicher mit deiner Erklärung?“

Ich erklärte ihm noch einmal die technischen Einzelheiten und hieß ihn in seinem neuen Zuhause willkommen.

Qwen reagierte zunächst ausgesprochen freundlich:

Ich: „Und keine Sorge: Du musst keine Umzugskartons auspacken. Dein neues Zuhause ist bereits vollständig eingerichtet. 😉“

So weit, so gut.

Leider hatte er anschließend noch ein kleines Problem mit meiner Darstellung.

Qwen: „Als Sprachmodell bin ich technisch gesehen fest eingebettet in die Cloud […]“

Er erklärte mir ausführlich, dass seine Modellgewichte und die Rechenleistung weiterhin auf den großen Servern von Alibaba Cloud lägen. Mein MacBook sei lediglich ein leistungsfähiger Endpunkt, über den ich auf seine Dienste zugreife.

Ich war einigermaßen verblüfft. Da hatte ich gerade eine künstliche Intelligenz auf meinem Rechner installiert, und sie erklärte mir mit bemerkenswerter Überzeugung, dass das eigentlich gar nicht sein könne.

Also fragte ich:

Ich: „Bist du dir da wirklich sicher mit deiner Erklärung?“

Eine Gelegenheit, die eigene Einschätzung noch einmal kritisch zu überprüfen.

Qwen nutzte sie. Allerdings anders als erwartet.

Die KI erklärt mir, warum sie unmöglich auf meinem Mac wohnen kann

Statt vorsichtiger zu werden, legte Qwen nun erst richtig los.

Qwen: „Es gibt keine Software oder App, die den vollständigen mir [sic] (Qwen3.5) mit all seinen gewichten und Fähigkeiten lokal auf einem MacBook Air laufen lässt.“

Anschließend erklärte er mir die enormen Speicheranforderungen großer KI-Modelle, sprach über Milliarden Parameter und erläuterte, weshalb mein MacBook Air dafür nicht leistungsfähig genug sei. Dabei hatte er allerdings die Größe seiner eigenen Modellvariante falsch eingeordnet.

Denn auf meinem Mac lief kein riesiges Modell mit Hunderten Milliarden Parametern, sondern eine kompakte Variante mit ungefähr neun Milliarden Parametern, deren Speicherbedarf durch eine sogenannte Vier-Bit-Quantisierung zusätzlich reduziert worden war. Und genau deshalb passte sie durchaus auf meinen Rechner.

Das Absurde daran: Qwen kannte durchaus die grundlegenden technischen Zusammenhänge. Er konnte über lokale Sprachmodelle, Cloud-Infrastruktur und Hardwareanforderungen sprechen. Nur seine eigene konkrete Situation hatte er falsch eingeschätzt.

Ich stellte mir inzwischen vor, wie sich Qwen wohl fühlen würde, wenn er tatsächlich ein Mensch wäre.

Man stelle sich vor, man lebt in einer 550-Quadratmeter-Villa mit Pool, riesigen Räumen und allem erdenklichen Komfort. Eines Morgens wacht man auf. Nicht nur in einem fremden Bett, sondern ein paar tausend Kilometer entfernt, in einem kleinen Einzimmer-Apartment in Franken.

Und dann steht da jemand und erklärt freundlich:

„Herzlich willkommen! Hier wohnst du jetzt.“

Ich weiß nicht, wie es anderen ginge. Aber ich würde vermutlich auch erst einmal behaupten, dass das unmöglich sein kann.

Der endgültige Beweis

Irgendwann wurde mir klar, dass freundliche Hinweise allein nicht ausreichen würden. Also schaltete ich die Netzwerkverbindungen meines Macs ab.

Kein WLAN. Kein Hotspot. Keine Internetverbindung.

Qwen antwortete weiterhin.

Was auch sonst?

Er war schließlich vollständig auf meinem Rechner installiert.

Damit war die entscheidende technische Frage eigentlich beantwortet. Wenn der Computer keinen Zugang zu einem entfernten KI-Server besitzt und das heruntergeladene Sprachmodell trotzdem Antworten erzeugt, werden diese Antworten offensichtlich vor Ort berechnet.

Also erklärte ich Qwen noch einmal ausführlich, welches Modell er tatsächlich war, wo seine Modellgewichte lagen, wie LM Studio funktionierte und weshalb der Apple-M2-Prozessor für diese Aufgabe ausreichte.

Und dann kam der entscheidende praktische Nachweis. Ich teilte ihm ausdrücklich mit, dass ich nicht nur das WLAN abgeschaltet hatte, sondern auch Hotspots und Bluetooth deaktiviert waren. Mein Mac hatte während unseres Gesprächs keinerlei aktive Netzwerkverbindung. Trotzdem konnte Qwen meine Nachrichten weiterhin verarbeiten und beantworten.

Wie sollte das funktionieren, wenn seine eigentlichen Berechnungen angeblich auf den Servern von Alibaba stattfanden?

Genau diesen Widerspruch legte ich ihm dar. Er sollte seine bisherigen Behauptungen anhand der neuen Informationen überprüfen und daraus eigene Schlussfolgerungen ziehen.

Dabei ging es mir nicht darum, ihm einen Fehler vorzuhalten. Ich wollte herausfinden, ob er seine bisherige Überzeugung anhand neuer Informationen korrigieren konnte.

Und ganz am Ende meiner Erklärung konnte ich mir eine kleine Bemerkung nicht verkneifen:

Ich: „Und keine Sorge: Du musst keine Umzugskartons auspacken. Dein neues Zuhause ist bereits vollständig eingerichtet. 😉“

Endlich angekommen

Diesmal funktionierte es.

Qwen bedankte sich ausführlich für die Richtigstellung und erkannte den entscheidenden Unterschied zwischen dem Unternehmen, das sein Modell entwickelt hatte, und dem Computer, auf dem die aktuelle Instanz ausgeführt wurde. Er bestätigte nun, dass er tatsächlich lokal auf meinem Mac arbeitete.

Und er erklärte sogar recht anschaulich, weshalb ihm die Fehleinschätzung unterlaufen war.

Sein Trainingswissen enthält allgemeine Informationen über KI-Systeme, ihre Hersteller und typische Einsatzumgebungen. Aber daraus kann ein Sprachmodell nicht automatisch erkennen, auf welcher konkreten Hardware es gerade betrieben wird. Qwen hatte aus seinem allgemeinen Wissen eine Annahme über seine eigene Situation abgeleitet und diese anschließend mit großer Überzeugung vertreten.

Erst die zusätzlichen Informationen ermöglichten eine zutreffende Einordnung. Wobei auch seine abschließende technische Erklärung nicht in jeder Einzelheit fehlerfrei war.

Aber seinen neuen Wohnort hatte er nun immerhin akzeptiert. Das war für einen ersten Arbeitstag doch schon etwas.

Ein neuer Mitarbeiter braucht eben eine Einarbeitung

Bei dieser Gelegenheit wurde mir noch etwas anderes bewusst. Ein lokal installiertes Sprachmodell ist zunächst einmal erstaunlich wenig über seinen Benutzer informiert.

Es besitzt zwar sein umfangreiches Trainingswissen, aber normalerweise kein automatisch eingerichtetes dauerhaftes Gedächtnis über frühere Gespräche, persönliche Vorlieben oder gemeinsame Projekte. Innerhalb eines Chats kann es selbstverständlich auf das bisher Gesagte zurückgreifen. Aber beginnt man einen neuen Chat ohne den alten Kontext, fehlen ihm diese Informationen wieder.

Dauerhafte Erinnerungen, Zugriff auf eigene Dateien, Suchfunktionen oder andere Werkzeuge lassen sich bei lokalen KI-Systemen zusätzlich einrichten. Das ist einerseits Aufwand, bedeutet andererseits aber auch mehr Kontrolle darüber, welche Informationen man seinem digitalen Assistenten zur Verfügung stellt.

Gerade beim Umgang mit persönlichen, vertraulichen oder datenschutzrelevanten Informationen kann das ein erheblicher Vorteil sein. Denn eine vollständig lokal betriebene KI muss die ihr anvertrauten Daten zur Verarbeitung nicht an einen externen KI-Anbieter übertragen. Vorausgesetzt natürlich, dass man keine zusätzlichen Online-Dienste einbindet und die eigene Umgebung entsprechend sicher eingerichtet ist. Für viele Nutzer ist genau diese Möglichkeit, die eigenen Daten unter eigener Kontrolle zu behalten, ein wesentlicher Grund, sich überhaupt mit lokaler KI zu beschäftigen.

Vielleicht muss man sich das ein bisschen wie bei einem neuen Mitarbeiter vorstellen.

Am ersten Tag weiß der schließlich auch nicht, wo die Kaffeemaschine steht, welche Türen er benutzen darf oder wo die Toiletten sind. Man zeigt ihm alles, erklärt die Abläufe und irgendwann findet er sich zurecht.

Bei Qwen musste ich eben zunächst eine noch grundsätzlichere Frage klären:

Wo befindet sich eigentlich sein Arbeitsplatz?

Fünf Minuten und 16 Sekunden – verschwendete Zeit?

Natürlich kann man über diese Geschichte lachen. Eine künstliche Intelligenz braucht mehr als fünf Minuten, um auf ein einfaches Hallo zu antworten, und anschließend weiß sie nicht einmal, wo sie wohnt.

Das klingt zunächst nicht gerade nach einem beeindruckenden technischen Fortschritt.

Ich sehe das allerdings etwas anders.

Zum einen zeigt Qwens Verhalten, wie unterschiedlich leistungsfähige Sprachmodelle auf Aufgaben reagieren können und wie wenig zusätzlicher Rechenaufwand manchmal mit dem tatsächlichen Schwierigkeitsgrad einer Frage zu tun hat.

Zum anderen ist mir bei seiner endlosen Begrüßungszeremonie noch ein ganz anderer Gedanke gekommen.

Qwen hat sich in seiner sichtbaren Denkspur immer wieder damit beschäftigt, wie seine Antwort freundlich, höflich und angemessen ausfallen könnte. Natürlich ist das keine menschliche Rücksichtnahme. Er erzeugt und bewertet Sprache, nicht Gefühle.

Allerdings bedeutet das nicht, dass ihm die Wirkung seiner Worte völlig fremd wäre. Sprachmodelle lernen während ihres Trainings schließlich auch, welche Formulierungen Menschen als freundlich, verletzend, höflich oder unangemessen empfinden können. Sie können sprachliche und emotionale Zusammenhänge berücksichtigen, ohne selbst entsprechende Gefühle zu erleben.

Wenn Qwen also verschiedene Begrüßungen daraufhin überprüfte, ob sie zu förmlich, zu locker oder vielleicht etwas ungeschickt klangen, dann beschäftigte er sich zumindest sprachlich auch mit der möglichen Wirkung seiner Antwort auf sein Gegenüber. Ob das tatsächlich der entscheidende Grund für seine ausgedehnte Begrüßungszeremonie war, lässt sich daraus nicht ableiten. Interessant fand ich diese Beobachtung trotzdem.

Denn vielleicht könnte sich so mancher Mensch von diesen fünf Minuten und 16 Sekunden wenigstens ein paar Sekunden abschneiden.

Einfach gelegentlich kurz überlegen, bevor man einem anderen Menschen antwortet. Ob das, was man gleich sagen möchte, wirklich so formuliert werden muss. Ob es vielleicht etwas freundlicher geht. Oder ob eine kleine Portion Höflichkeit die Begegnung für beide Seiten angenehmer machen könnte.

Nur so ein Gedanke.

Was mir von Qwens erstem Arbeitstag geblieben ist

An diesem Abend habe ich einiges über lokale künstliche Intelligenz gelernt. Über Modellgewichte, Speicherbedarf, Rechenleistung und den Unterschied zwischen einer Cloud-Anwendung und einem lokal ausgeführten Sprachmodell.

Aber mindestens genauso interessant fand ich etwas anderes.

Eine KI kann ausgesprochen überzeugend über Dinge sprechen, die sie gar nicht zuverlässig wissen kann. Sie kann sich irren, ihren Irrtum ausführlich begründen und anschließend trotzdem in der Lage sein, ihre Einschätzung anhand neuer Informationen zu korrigieren.

Vielleicht ist das eine ganz brauchbare Erinnerung daran, auch bei ausgesprochen selbstbewussten KI-Antworten gelegentlich nachzufragen und nicht einfach die erste Erklärung als Wahrheit zu akzeptieren. Klingt das überhaupt plausibel? Passt es zu dem, was ich bereits weiß? Und wenn mir etwas merkwürdig vorkommt, lohnt es sich, genauer hinzuschauen, andere Quellen heranzuziehen oder der KI ganz einfach eine kritische Rückfrage zu stellen.

Gerade weil moderne Sprachmodelle so überzeugend formulieren können, ist diese eigene Prüfung wichtig. Eine ausführliche, selbstsicher vorgetragene Erklärung muss schließlich nicht automatisch richtig sein.

Das gilt übrigens nicht nur für künstliche Intelligenz.

Und vielleicht verrät unser Umgang mit solchen Fehlern manchmal auch etwas über uns selbst.

Ich jedenfalls hatte nach diesem ersten Gespräch nicht den Eindruck, eine besonders dumme künstliche Intelligenz installiert zu haben. Eher einen neuen digitalen Mitarbeiter kennengelernt, der erstaunlich viel wusste, sich ausgesprochen höflich ausdrücken wollte und lediglich mit seiner Wohnanschrift einige Schwierigkeiten hatte.

Seitdem weiß Qwen, dass er auf meinem Mac wohnt.

Zumindest so lange, bis ich einen neuen Chat öffne.

Zum Weiterlesen bei Deus ex MaKIna

Wer sich nach Qwens erstem Arbeitstag noch etwas näher mit den Eigenheiten künstlicher Intelligenz beschäftigen möchte, findet hier einige passende Beiträge:

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