Während Technologieunternehmen immer leistungsfähigere KI-Systeme vorstellen, wächst in der Bevölkerung offenbar das Bedürfnis nach Kontrolle.
Eine neue repräsentative Umfrage des Forschungszentrums AP-NORC zeigt: Fast zwei Drittel der Erwachsenen in den USA halten das Entwicklungstempo künstlicher Intelligenz für zu hoch.
Quelle:
https://apnorc.org/projects/most-adults-think-ai-is-developing-too-fast/
🔎 Was ist passiert?
Für die am 8. Oktober veröffentlichte Untersuchung wurden zwischen dem 24. und 28. September insgesamt 2.140 Erwachsene in den USA befragt.
64 Prozent finden, dass sich KI zu schnell entwickelt. Rund ein Viertel hält das Tempo für angemessen. Nur acht Prozent wünschen sich eine schnellere Entwicklung.
Bemerkenswert ist, dass die Sorge über politische Lager hinweg verbreitet ist: 76 Prozent der befragten Demokraten und 54 Prozent der Republikaner empfinden die Entwicklung als zu schnell.
Große Mehrheiten halten es außerdem für wichtig, dass KI unter menschlicher Kontrolle bleibt und Beschäftigte vor negativen Auswirkungen geschützt werden.
⚖️ Der Realitätscheck
Die Ergebnisse beschreiben die Einstellungen der US-Bevölkerung, nicht die tatsächliche Geschwindigkeit oder Gefährlichkeit der KI-Entwicklung.
Außerdem bedeutet die Aussage „zu schnell“ nicht automatisch, dass jemand künstliche Intelligenz grundsätzlich ablehnt.
Man kann KI nützlich finden und gleichzeitig befürchten, dass Unternehmen, Gesetze, Schulen oder Arbeitsmärkte mit den Veränderungen nicht Schritt halten.
Die Umfrage ist repräsentativ für Erwachsene in den USA. Rückschlüsse auf Deutschland oder andere Länder lassen sich daraus nicht unmittelbar ziehen.
💡 Warum ist das interessant?
Zwischen dem, was technisch möglich wird, und dem, was Menschen gesellschaftlich akzeptieren, kann eine erhebliche Lücke entstehen.
Für die weitere Entwicklung künstlicher Intelligenz dürfte deshalb nicht allein entscheidend sein, wie leistungsfähig neue Modelle werden.
Ebenso wichtig ist, ob Menschen verstehen, wo KI eingesetzt wird, welche Folgen das hat und ob sie selbst Einfluss darauf behalten.
Die Umfrage zeigt: Der Wunsch nach menschlicher Kontrolle ist keineswegs nur ein Thema von KI-Kritikern.
