Südkorea verfolgt bei künstlicher Intelligenz einen ungewöhnlich weitreichenden Ansatz: Leistungsfähige KI-Dienste sollen langfristig möglichst allen Bürgern zur Verfügung stehen – unabhängig von Einkommen, Alter oder technischer Erfahrung.
Quelle:
https://en.yna.co.kr/view/AEN20261003001900315
🔎 Was ist passiert?
Die südkoreanische Regierung spricht von einer „AI Basic Society“ – einer Gesellschaft, in der der Zugang zu KI möglichst selbstverständlich werden soll.
Für 2027 plant das Wissenschaftsministerium rund 9,4 Billionen Won für künstliche Intelligenz. Das wären etwa 84 Prozent mehr als im laufenden Jahr.
Ein Teil des Geldes soll ausdrücklich in Programme fließen, die KI für breite Bevölkerungsschichten verfügbar machen.
Bereits zuvor hatte die Regierung Projekte angekündigt, bei denen Bürger kostenlose KI-Dienste auf Basis südkoreanischer Modelle nutzen können.
Perspektivisch sollen daraus persönliche KI-Agenten entstehen, die beispielsweise passende staatliche Unterstützungsangebote finden oder bei Verwaltungsangelegenheiten helfen.
⚖️ Der Realitätscheck
Die „AI Basic Society“ ist bislang ein politisches Ziel und kein bereits vollständig aufgebautes Versorgungssystem.
Auch der Haushalt für 2027 muss noch den politischen Prozess durchlaufen. Wie leistungsfähig die staatlich unterstützten Dienste tatsächlich werden, wie viele Bürger sie nutzen und welche Datenschutz- oder Kostenfragen entstehen, wird sich erst zeigen.
💡 Warum ist das interessant?
Südkorea betrachtet KI damit zunehmend nicht nur als kommerzielles Produkt privater Unternehmen, sondern auch als Teil öffentlicher digitaler Infrastruktur.
Damit stellt sich eine interessante gesellschaftliche Frage: Wenn KI künftig ähnlich wichtig wird wie Internetzugang oder digitale Verwaltungsdienste – sollte der Zugang dann davon abhängen, wer sich ein kostenpflichtiges Abo leisten kann?
Hinzu kommt ein zweites Ziel: Südkorea möchte möglichst eigene KI-Modelle einsetzen und dadurch seine technologische Abhängigkeit von ausländischen Plattformen reduzieren.
