KI-Systeme werden längst eingesetzt, um Software zu programmieren. Bei Anthropic geht das inzwischen einen Schritt weiter:
Claude arbeitet zunehmend an der Forschung und Entwicklung mit, aus der wiederum leistungsfähigere KI-Systeme entstehen sollen.
Anthropic versucht inzwischen sogar zu messen, wie groß dieser Anteil geworden ist.
🔎 Was ist passiert?
Nach Angaben des Unternehmens war Claude im August bei mehr als 90 Prozent der internen KI-Forschungsaufgaben zumindest beteiligt.
Bei rund 26 Prozent erledigte Claude wesentliche Teile einer Aufgabe selbstständig.
Auf Anthropics interner Forschungsplattform laufen dafür inzwischen rund 30.000 KI-Agenten, die beispielsweise Code schreiben, Experimente vorbereiten, Ergebnisse analysieren oder bei anderen Forschungsarbeiten helfen.
⚖️ Der Realitätscheck
Das bedeutet nicht, dass Claude inzwischen selbstständig seinen eigenen Nachfolger entwickelt.
Menschen bestimmen weiterhin Forschungsziele, wählen Experimente aus, überprüfen Ergebnisse und entscheiden, welche Änderungen tatsächlich umgesetzt werden.
Auch die genannten Prozentzahlen stammen von Anthropic selbst und hängen davon ab, wie das Unternehmen Forschungsarbeit und den jeweiligen Beitrag der KI misst.
Eine vollständig autonome KI-Forschung ohne menschliche Beteiligung weist Anthropic bislang nicht aus.
🎯 Das eigentlich Spannende
Seit Jahren wird über sogenannte rekursive Selbstverbesserung diskutiert: eine KI verbessert die Technik, aus der wiederum eine leistungsfähigere KI entsteht, die diesen Prozess weiter beschleunigt.
Davon sind wir hier noch ein gutes Stück entfernt.
Aber ein Teil des Kreislaufs existiert inzwischen ganz praktisch:
Menschen entwickeln KI.
KI hilft Menschen, bessere KI zu entwickeln.
Die bessere KI kann wiederum stärker bei der nächsten Entwicklungsrunde helfen.
Wie schnell dieser Kreislauf tatsächlich wird, dürfte eine der interessanteren Fragen der kommenden Jahre werden.
